News/de/Archiv 2010

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Public Domain Jam 2011 – Die Welt vor 70 Jahren gehört uns!29. Dezember 2010

Generationenübergreifender Neujahrsbrunch für Kinder und Erwachsene

Samstag, 1. Januar 2011, 14-19 Uhr

Cabaret Voltaire, Spiegelgasse 1, Zürich

Mit dem Jahreswechsel fallen tausende von Werken und somit Teile unseres kulturellen Erbes der Allgemeinheit zu und können künftig frei vervielfältigt und verändert werden. Dabei geht es um ein fundamentales Element des Urheberrechts, nämlich die zeitliche Begrenzung der Urheberrechte als Ausgleich zwischen den Interessen des Autoren und der Öffentlichkeit. Alle Werke von Autoren, die seit 70 Jahren verstorben sind, werden weltweit gemeinfrei. Je nach Land variiert diese Schutzdauer zwischen 50 und 70 Jahren nach dem Tod eines Kulturschaffenden, wobei vereinzelt auch Übergangsfristen aufgrund von Verlängerungen bestehen.

Am Public Domain Jam 2011 begrüssen wir die neuesten Werke, die als Gemeineigentum in unserer Gesellschaft verfügbar sind. Dabei handelt es sich um all jene Werke, die von Menschen erstellt wurden, die im Jahr 1940 gestorben sind.

Eingeladen sind Eltern mit ihren Kindern. Gemeinsam mit unseren Kindern verändern und bearbeiten wir eine Auswahl dieser Werke. Nebenan gibts einen gemütlichen Neujahrsbrunch.

So singen wir alte Lieder im Karaokestil, entwickeln dadaistische Collagen mit Werken von Klee, Emmenegger u.a., übersetzen Gedichte in 17 Sprachen, machen eine Lesung aus dem Totenbuch und stellen die erste Tortenszene der Filmgeschichte nach. Dazwischen Musik von 1890 bis 1940 via Grammophon. Daneben haben wir Zeit für einen gemütlichen Kaffee und brunchen ins neue Jahr mit Werken von Walter Benjamin und Trotzki. Wir retten das kulturelle Erbe für unsere Kinder!

Die Veranstaltung wird organisiert und unterstützt von Dock18, Digitale Allmend, Wikimedia CH und dem Cabaret Voltaire.

Rezension: Wikipedia clever nutzen - in Schule und Beruf9. Dezember 2010
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Als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Bildungsinformatik der PH Bern ist Wikimedia-CH-Mitglied Nando Stöcklin nicht nur Wikipedianer, sondern auch ein eifriger Erforscher der Online-Enzyklopädie, also ein Wikipedist. An seinem Institut forscht er zum Einsatz der Wikipedia an Schulen. Unter Lehrpersonen ist diese Thematik wegen Plagiatsgefahr oder Skepsis gegenüber der Verlässlichkeit der Wikipedia nach wie vor sehr umstritten. Nando möchte Schüler jedoch mit seinem kürzlich im Orell-Füssli-Verlag erschienenen Buch ermutigen, sich über die freie Wissensplattform die nötige Informationskompetenz für die Zukunft anzueignen. Dem Autor schwebt die Vision vor, dass im Jahr 2025 niemand mehr an einer dereinst um die 3,5 Millionen Artikel umfassenden deutschsprachigen Wikipedia vorbeikommt, wenn er sich in einer komplexen und an Informationen mehr als reichen Welt einen Wissensüberblick verschaffen will. Dies beginnt bei Schularbeiten im Klassenzimmer und setzt sich im Berufsleben fort. Dannzumal dürfte die Wikipedia eine globale Informationsdrehscheibe sein, beschreibt Nando Stöcklin. Wer sich bereits heute damit auseinandersetzen möchte, wie die Wikipedia kompetent genutzt werden kann, dem sei dieses Buch empfohlen.

"Die Wikipedia ist schon genial!", meint Luzia am Frühstückstisch. "Ein Klick und man hat die Infos, die man sucht!" Gemeinsam mit dem Leser erkundet auch die fiktive Familie Huber, welche mit Dialogen in die einzelnen Kapitel des Buches einführt, die verschiedenen Möglichkeiten der Wikipedia. Dabei geht es weniger um die Mitarbeit am Projekt, als vielmehr um seine Vorteile und Einsatzmöglichkeiten, ob als Suchmaschine, zur Bildersuche oder zur Herstellung von Arbeitsblättern. Die Enzyklopädie ist zudem aktuell und überall verfügbar. Diese positiven Attribute, die alle kostenlos genutzt werden können, haben dazu geführt, dass die bisherigen Print-Enzyklopädien verdrängt worden sind und sich somit ein weiteres Mal in der Geschichte eine neue Technologie auf dem Wissensmarkt durchgesetzt hat.

Der Autor spart die möglichen Fallstricke nicht aus. Alle Medien können mit geschickter PR manipuliert werden, die frei editierbare Wikipedia sei dafür aber eine besonders beliebte Zielscheibe, schreibt Nando. Allerdings mache auch kein Medium den Entstehungsprozess von Informationen so transparent und nachprüfbar wie die Versionsgeschichte bei Wiki-Seiten. Das letztlich grössere Problem, weil unscheinbarer, sei mangelnde Objektivität, konstatiert Nando Stöcklin. Damit appelliert er zurecht an die Wikipedia-Autoren, wertende Adjektive möglichst zu unterlassen und dem neutralen Standpunkt mehr Beachtung zu schenken. Aber auch die reinen Infokonsumenten sollen die Qualität des Gelesenen bewerten und Meinungen von Fakten unterscheiden können. Denn in der künftigen Wissensgesellschaft soll der Mensch dank Wikipedia informationskompetenter werden, sein Wissen jedoch nicht ausschliesslich von der Wikipedia beziehen. Patrick Kenel

Am Beginn eines dreijährigen Projekts1. Dezember 2010

Neben der aktuellen Fundraising-Periode beschäftigt momentan der Beginn des internationalen TAO-Projekts unseren Verein. Am vergangenen 26. Oktober wurde das Projekt, welches die Teilnahme älterer Menschen an Online-Communities fördern möchte, gestartet (siehe Seniorweb.ch). Bald wird eine offizielle Projekt-Webseite detailliert darüber informieren. Wolf Ludwig, seit April TAO-Projektleiter bei Wikimedia CH, hat sich intensiv an der Vorbereitungsarbeit beteiligt. Unser Partner Seniorweb hat mit Unterstützung der Berner Fachhochschule, Coop und Swisscom einen Infostand im Coop-Center Wankdorf in Bern organisiert, an dem die TAO-Partner ab Jahresbeginn 2011 Passanten (nicht nur) über 50 Jahren den Einstieg ins Internet und in die Wikipedia-Mitarbeit erklären. Gleiches hat Vorstandsmitglied Charles Andrès vor, der in den kommenden Monaten an den Senioren-Volkshochschulen der Westschweiz wieder Wikipedia-Kurse durchführt. Mehr Infos folgen, sobald die TAO-Homepage online ist.

Für einen breiten Einbezug der Wikipedia-Community ins TAO-Projekt wird in diesen Tagen eine Umfrage unter den Mitgliedern über die WM-Mailingliste lanciert - wir hoffen auf grosse Beteiligung!

Interview mit Vereinspräsident Mourad Ben Abdallah20. Oktober 2010

Seniorweb, eine unserer Partnerorganisationen beim TAO-Projekt, hat kürzlich ein Interview mit Mourad Ben Abdallah, dem Präsidenten von Wikimedia CH, geführt. Er beantwortete Fragen zur Autonomie der Wikimedia-Chapters, zum Röstigraben oder zu den Erwartungen an das TAO-Projekt (Third Age Online). Link zur deutschsprachigen Version des Interviews:

http://www.seniorweb.ch/type/magazine-story/2010-10-10-wikimedia-der-schweiz

PS: Das TAO-Projekt wird am Dienstag, 26. Oktober, ab 17.30 Uhr mit einem öffentlichen Kick-off-Event gestartet. Die Veranstaltung findet in der Aula der Berner Fachhochschule an der Hallerstr. 10 in Bern statt.

Vorbereitungsbesuch zur Wikimania 2011 in Haifa, Israel18. September 2010

Vom 4. bis 6. September besuchte Manuel Schneider, der CIO von Wikimedia CH, Israel, um bei der Vorbereitung zur Wikimania 2011 in Haifa zu helfen. Manuel hat seit 2006 alle Wikimania-Konferenzen besucht und war dabei teilweise an Vorbereitung und Durchführung beteiligt. Als Ingenieur hat er sich dabei um Liveübertragungen und andere technische Angelegenheiten gekümmert.

An den drei Tagen in Israel hat er einige Partner vor Ort und weitere Personen vom Wikimania-Team und Wikimedia Israel persönlich kennengelernt. Er besuchte den Veranstaltungsort, besprach sich mit Internet-Anbietern wegen der Internet-Versorgung und der Einrichtung eines Netzwerkes und WLAN, besichtigte die Kunst-Hochschule Tiltan wo die Eröffnungsfeier stattfinden wird sowie die Übernachtungsmöglichkeiten am Israelischen Institut für Technologie, dem Technion. Die Wikimania-Party wird am Strand stattfinden, hierzu standen Vor-Ort-Termine zur Auswahl des geeigneten Ortes auf dem Programm. In Tel Aviv konnte er Geschäftsführer und Mitarbeiter von Kaltura, der Open-Source-Videoplattform kennenlernen, denn Kaltura wird die Übertragung und Aufnahme der Wikimania übernehmen. Auch konnte er die örtlichen Verkehrsmittel nutzen und war mit Auto, U-Bahn (Karmelit) und Bahn in Israel zwischen Tel Aviv, Jerusalem, Haifa und Lod unterwegs. Das örtliche Wikimania-Team hat sich dabei als hervorragender Gastgeber präsentiert und hat wo immer möglich Touren und Besichtigungen der Umgebung eingebaut, so dass Manuel trotz der kurzen Zeit sehr viele Eindrücke des Landes mitnehmen konnte.

Die Wikimania 2011 findet vom 4. bis 7. August 2011 im Haifa-Auditorium und dem integrierten Rapaport-Zenrum sowie im benachbarten Hecht-Haus auf dem Karmel-Berg über Haifa statt. In der unmittelbahren Nähe befinden sich die grossen Hotels von Haifa die einen westlichen Standard und einen atemberaubenden Blick über die nördliche Mittelmeer-Bucht bis zum Libanon und ins Landesinnere bis zu den Golanhöhen bieten. Mit der Karmelit, der unterirdischen Standseilbahn, ist man vom Hauptbahnhof in wenigen Minuten auf dem Karmel, keine fünf Gehminuten vom Haifa-Auditorium oder den Hotels entfernt. Zwischen dem Hecht-Haus, einem Templergebäude aus dem 19. Jahrhundert und dem Rapaport-Zentrum befindet sich ein überwachsener Hof in dem man sich den ganzen Tag über im Schatten aufhalten kann. Hinter den Gebäuden befindet sich ein kleiner parkähnlicher Garten wo während der Wikimania ein gemeinsames Abendessen stattfinden wird. Das Mittagessen wird in den klimatisierten Gebäuden serviert. Im obersten Stock des Hecht-Hauses gibt es eine Bar in der eine 24-Stunden-Lounge eingerichtet wird, ein Ort an dem man während der Wikimania jederzeit ausspannen kann.

Vor der Wikimania, ab dem 2. August, werden die Hacking Days stattfinden an denen sich Entwickler und Serveradministratoren zum fachsimpeln treffen werden. Das von Wikimedia CH unterstützte openZIM-Projekt überlegt gerade sein Entwicklertreffen während den Hacking Days in Haifa zu veranstalten, als Alternative zu den bisherigen Treffen in Europa.

Nach der Wikimania bietet Wikimedia Israel ein oder zwei Tage mit verschiedenen geführten Ausflügen zu verschiedenen Zielen in ganz Israel an, unter anderem Akko, Nazareth, Tiberias und Jerusalem.

Die abschliessende Meinung Manuels nach dem Besuch in Israel: "Es gibt sehr viel zu tun. Das Wikimania-Team und Wikimedia Israel hat sich sehr viel vorgenommen und es muss vieles vor Ort selbst organisiert werden. Allerdings ist das Team sehr ehrgeizig und die Zusammenarbeit funktioniert sehr gut. Insofern bin ich davon überzeugt, dass die Hürden bis nächstes Jahr überwunden sind. Darüberhinaus ist Israel ein sehr interessantes Land zwischen Afrika und Asien mit einer vielfältigen Kultur. Das Reisen war viel unkomplizierter als ursprünglich angenommen. Ich freue mich sehr auf die kommende Wikimania und werde mit meiner Frau und meinen beiden Kindern zwei Wochen im Land als Sommerurlaub verbringen."

4. Generalversammlung von Wikimedia CH11. Mai 2010

Am 10. April 2010 fanden sich 22 Personen, davon 19 stimmberechtigte Mitglieder, zur Generalversammlung in einem Gebäude der Universität Neuenburg ein. Die Versammlung begann um 14.30 Uhr und wurde von Präsident Mourad Ben Abdallah geleitet. Er resümierte zu Beginn den Jahresbericht des Vorstands und wies besonders darauf hin, dass der bisher ausschliesslich auf Freiwilligenarbeit basierende Verein früher oder später professioneller werden müsse, da er gerade im Kommunikationsbereich an eine Grenze stosse. Ebenso müssten der Vorstand und die Mitglieder auf regionaler Ebene aktiver werden, um für Vereinsanliegen zu mobilisieren.

Kassier Bagawathram Maheswaran stellte den Finanzbericht mit der Bilanz und der Betriebsrechnung 2009 vor. Die Einnahmen sind im Vergleich zum Vorjahr von 54'000 auf 150'000 Franken gestiegen, was auf das sehr erfreuliche Ergebnis der Spendenkampagne zwischen November und Januar zurückzuführen ist. Sowohl der Betrag, der an die Wikimedia Foundation geflossen ist, als auch der Fonds für Schweizer Projekte sind gewachsen. Die Revisoren, Jürg Studer und Stéphane Coillet-Matillon, haben die Rechnung geprüft und empfahlen, die Décharge zu erteilen. Daraufhin wurden alle Berichte einstimmig genehmigt.

Beim nächsten Traktandum, den Wahlen, musste zuerst die Grösse des künftigen Vorstands bestimmt werden. Die mittlere Option (6 Vorstandsmitglieder, inkl. Präsident) erhielt, wie schon 2009, die meisten Stimmen. Im Vorfeld haben 7 Mitglieder eine Kandidatur für ein Vorstandsamt eingereicht, zwei Bisherige kandidierten nicht mehr. Das Ergebnis der geheimen Wahl: Gewählt sind

  • Mourad Ben Abdallah (Präsident, bisher)
  • Frédéric Schütz (bisher)
  • Bagawathram Maheswaran (bisher)
  • Charles Andrès (neu)
  • Patrick Kenel (neu)
  • Ilario Valdelli (bisher)

Mourad wurde ausserdem als Präsident bestätigt. Da sich niemand als Revisor zur Verfügung stellen wollte, entschied die GV, in Zukunft externe Profis mit der Prüfung der Rechnung zu beauftragen.

Danach beschäftigten sich die Versammlungsteilnehmer mit dem anstehenden TAO-Projekt, welches vor einem Jahr erstmals vorgestellt wurde und dessen Umsetzung im September 2010 beginnt. Dieses internationale Projekt, mit dem die Beteiligung von älteren Menschen an Internet-Communities gefördert werden soll, wird sich über drei Jahre erstrecken, wie Projektleiter Beat Estermann von der Fachhochschule Bern erklärte. Angestrebt wird eine Win-win-win-Situation für die Zielgruppe der Senioren, der Internet-Communities sowie der Gesamtgesellschaft. Am Projekt sind sowohl Sozialwissenschaftler als auch Techniker beteiligt. Das Gesamtbudget beträgt 3 Millionen Euro.

Wie Wolf Ludwig erläuterte, benötigt das TAO-Projekt für eine erfolgreiche Umsetzung die aktive Teilnahme seitens der Communities. Der erwartbare Nutzen für den Verein Wikimedia CH liegt darin, dass mehr Kontributoren für Wikimedia-Projekte gewonnen werden und die Ausstrahlung des Vereins in die verschiedenen Landesteile zunimmt. Der Verein wird sich in den Bereichen Community-Aktivitäten (mit lokalen Partnern) und Public Relations/Community Relations engagieren.

Dazu nötig waren die Erteilung eines Mandats durch die Generalversammlung sowie die Bereitschaft, sich finanziell und organisatorisch ausserordentlich stark zu beteiligen. Über beides wurde im weiteren Verlauf der Versammlung debattiert. Schliesslich wurde der Bildung einer Projektgruppe, dem finanziellen Betrag für das erste Jahr (zwischen 35'000 und 50'000 Fr., für einen bezahlten Projektleiter und weitere Ausgaben) sowie dem Budgetrahmen für weitere Jahre (ca. 25% des Jahresbudgets) zugestimmt. Aus der Diskussion ging hervor, dass das Engagement kein besonderes Risiko darstelle, weil das Mandat im Falle eines Scheiterns des Projekts bereits an der nächsten Generalversammlung wieder entzogen werden könnte. Es werde dann bereits Bilanz gezogen.

Als erste Massnahmen zur Umsetzung sind vorgesehen: ein Treffen der Projektgruppe (genannt Core Group) unter der Leitung Wolf Ludwigs und Pläne für ein Fundraising zur Projektfinanzierung. Um 18.05 Uhr wurde die Generalversammlung offiziell beendet.

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